Lollipop – die Revue

Die Revue „Lollipop“ entführte, auf authentische Weise in eine Zeit in der Boogie, Twist und Rock’n’Roll noch allgegenwärtig waren

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Früher war alles besser? Ja! Auf jeden Fall in der Erinnerung. Schon die 50er und 60er Jahre waren die Ära des Wirtschaftswunders! Deutschland war aus den Ruinen auferstanden und wollte Spaß haben. Bunt sollte es sein, und ausgelassen. Auf den Tanzflächen schockten Boogie, Twist und Hula-Hoop die Älteren und waren bewegende Befreiungsschläge einer jungen Generation.

Zu einem ganz besonderen Erlebnis wurde der Abend für die Gewinner des Gewinnspiels im Rahmen der Inszenierung von „Lollipop“. Sie waren nicht nur Gäste der exklusiven Revue und konnten vor und nach der Show die ausgelassene Stimmung in der Kulturlounge im Foyer des BASF-Feierabendhauses genießen, sondern konnten auch den Chauffeurservice in einem Cadillac Oldtimer der 50er Jahre erleben.

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“Immer wieder Überraschendes und Ungewöhnliches”

Anlässlich des Konzerts von Philipp Poisel in Ludwigshafen sprachen wir mit Klaus Gasteiger vom BASF-Kulturmanagement. 

Philipp Poisel wird am Dienstag 06. Dezember mit seiner Band im BASF Feierabendhaus zu Gast sein. Was ist das Besondere an diesem Konzert? 

Klaus Gasteiger (KG): Philipp Poisel wird bei diesem Konzert seine Band um eine ungewöhnliche Besetzung erweitern: Vier Streicher – zwei Celli, eine Bratsche und eine Geige werden zusammen mit der Band um Philipp Poisel bei einigen Songs zu hören sein. Die Arrangements für diese Besetzung wurden extra für dieses Konzert geschrieben und ausgearbeitet.

Ist es das erste Mal, dass im Konzertprogramm der BASF eine derart ungewöhnliches Programm zu finden ist? 

KG.: Wir suchen für die Konzerte im BASF-Feierabendhaus immer wieder überraschendes und ungewöhnliches – wir verstehen uns da nicht nur als klassischer Veranstalter, sondern gelegentlich auch als Ideengeber für neue Begegnungen und Programme. Das kann z.B. das Aufeinandertreffen von Künstlern sein die erstmals gemeinsam bei uns ein Konzert spielen oder es können besondere Besetzungen sein. Wir hatten beispielsweise schon die Band DePhazz  mit der der Bigband des Hessischen Rundfunks bei uns oder Clueso der gemeinsam mit dem Stüba Philharmonie- eine großen Orchester – zwei ausverkaufte Konzerte gespielt hat.

…und wie kam die  Zusammenarbeit von Philipp Poisel mit den klassischen Streichern zustande? 

KG.:  Die Künstler die bei uns auftreten haben wir in der Regel vorher live bei einem Konzert gesehen. Nur so können wir einschätzen, ob der Künstler und seine Musik auch wirklich in unser Programm passt. Nachdem wir eine Show von Philipp Poisel besucht hatten, war schnell klar: er passt wunderbar ins Feierabendhaus! Danach  haben wir den Kontakt zu seinem Management aufgenommen und offen gefragt, ob Philipp denn Lust auf ein „Sonderprojekt“ hätte. Nach einigen Gesprächen war dann schnell klar, dass es ein Projekt mit klassischen Streichinstrumenten sein wird. Dann wurden die Arrangements geschrieben und die Proben dafür angesetzt. Das Ergebnis werden wir am Dienstag hören. Wir sind schon sehr gespannt.

 Gibt es noch Tickets? 

KG.:  Die Konzert ist so gut wie ausverkauft . Momentan sind nur noch ganz wenige Karten erhältlich.


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Feierabend RELOADED

Am vergangenen Samstag öffnete das BASF-Feierabendhaus nach langer Renovierungszeit wieder seine Pforten. Gefeiert wurde das Ereignis mit einer Kulturveranstaltung der besonderen Art.

 

18 Monate Renovierungszeit und 1000 Arbeiter waren nötig, um das Feierabendhaus wieder auf den neusten Stand der Technik zu bringen. Davon, dass sich diese Mühe gelohnt hat, überzeugten sich am vergangenen Wochenende eine große Zahl von Freunden, Gästen und Nachbarn des Feierabendhauses bei einer außergewöhnlichen Kulturveranstaltung.

Eine Kulturveranstaltung der besonderen Art

 

© BASF SE

Im Rahmen von Feierabend RELOADED wurden alle Räume des Feierabendhauses mit verschiedenen Veranstaltungen bespielt. So wurde den Gäste ein umfassender Einblick in das breite Engagement der Kulturförderung der BASF geboten. Das Spektrum reichte dabei von kleinen, geradezu intimen Pop- und Klassikkonzerten mit jungen Künstlern von Partnern der BASF Kulturförderung wie der Orchesterakademie Rheinland-Pfalz und der Popakademie Baden-Württemberg bis hin zu experimentellen Dialogen zwischen der Geigenvirtuosin Nadja Zwiener und dem Live-Elektroniker Johannes Malfatti. Einen Überblick über die Geschichte des Feiabendhauses bot eine Zeitreise in Form von Tondokumenten der wichtigsten Aufnahmen der letzten 90 Jahre.

Kultur wird im Feierabendhaus erfahrbar

© BASF SE

Feierabend RELOADED machte wieder einmal deutlich, wie fruchtbar die vielen Kooperationen und Partnerschaften der BASF-Kulturförderung sein können. Insbesondere junge Künstler wie das Ensemble „Junges Theater im Delta“ vom Kinder- und Jugendspieltheater Ludwigshafen bekamen eine weitere Chance, Bühnenerfahrung zu sammeln. Sie bereicherten das Programm von Feierabend RELOADED um eine Inszenierung von Szenen aus den drei Musketieren. Es ist gelungen, an diesem Tag Kultur erfahrbar zu machen und Grenzen zwischen Künstlern und Publikum zu verwischen. Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz bot mit
„Musik zum Anfassen“ die seltene Möglichkeit, die Instrumente der Orchestermusiker auszuprobieren und beim „Fotowettbewerb Feierabend RELOADED“ war jedermann aufgefordert, selbst zum Künstler zu werden und besondere oder überraschende Feierabendmomente einzufangen.

Zum Schluss: Eine logistische Meisterleistung

© BASF SE

Eine logistische Bestleistung lieferten zum Abschluss die Mitarbeiter des Feierabendhauses ab. Nachdem Feierabend RELOADED pünktlich um 17 Uhr endete blieben nur wenige Stunden um, das Herzstück des Feierabendhauses, den Festsaal auf ein weiteres Highlight dieses Wochenendes vorzubereiten: Das Eröffnungskonzert von ZAZ! Dabei musste nicht nur der Festsaal bis zum Soundcheck um 19 Uhr vollständig umgebaut werden, auch alle anderen Räume, die den gesamten Tag über bespielt worden waren verwandelten sich binnen kürzester Zeit zurück in Künstlergarderoben und den Backstagebereich.

Sind wir gespannt auf die nächsten 90 Jahre im Feierabendhaus!

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ZAZ begeistert im BASF-Feierabendhaus

Mit einem furiosen Auftritt begeisterte die französiche Chanson-Newcomerin am Samstag Abend ihr Publikum.

Es waren gewiss keine leisen Klänge, die das Publikum im neu renovierten Feierabendhaus in Ludwigshafen am Samstagabend zu hören bekam. Die französische Sängerin ZAZgab das erste Konzert im renovierten Festsaal.

© BASF SE

In einem Rekordtempo zog sie das Publikum in ihren Bann, suchte trotz Sprachbarrieren immer wieder den direkten Kontakt zum Publikum und verwandelte den Festsaal innerhalb kürzester Zeit in einen Hexenkessel.  Natürlich durfte ihr großer Hit „Je Veux“ auch nicht fehlen.

Im Herzen immer noch eine Straßenmusikerin

Ihre offene und direkte Art, auf das Publikum zu zugehen und den Dialog zu suchen, liegt mit Sicherheit auch im Anfang ihrer Kariere als Straßenmusikerin im Pariser Künstlerviertel Montmartre begründet. Sie selbst sagt dazu: „Live auf der Bühne zu stehen, ist für mich wie ein Spielplatz, ein gemeinsamer Moment mit Musikern und Publikum – ein großer Spaß also“.

© BASF SE

Ein erstes Engagement erhielt  Sie im Kabarett „Aux 3 Maillets“, bevor ihr 2009 bei dem Talentwettbewerb “Génération France/BleuRéservoir” der endgültige Durchbruch gelang. Ihr Debütalbum „ZAZ“ aus dem Jahr 2010 schaffte es in Frankreich und Belgien auf Anhieb auf Platz 1 der Charts und erreichte auch in Deutschland Platinstatus.

Auch wenn sie in ihrer Heimat oft als neue Edith Piaf gefeiert wird, ganz richtig ist der Vergleich  nicht. Zu sehr trägt die Mischung aus Chanson, Gipsy und Jazz eine ganz eigene Handschrift. Ihre Lieder erzählen oftmals von dem romantischen Wunsch nach einer besseren Welt. Sie selbst versucht, mit ihren Liedern dazu ihren Beitrag zu leisten: „Ich glaube zwar nicht, dass man mit Musik die Meinungen der Menschen ändert, aber ich bin mir ganz sicher, dass alle Kunst einen Prozess in uns anstoßen kann.“

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Sonny Rollins zu Gast bei Enjoy Jazz

Die Jazz Legende bildete einen grandiosen Abschluss einer gelungenen Festivalsaison und backstagediaries durfte einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen.

„Wir müssen uns ein wenig nach ihm richten. Er bestimmt das Tempo“, erklärt uns Künstlerbetreuer Wolfgang Knapp. Nicht nur auf der Bühne ist Sonny Rollins Ton angebend. Im Backstagebereich des Pfalzbaus scharen sich kleine, flüsternde Gruppen

Sonny Rollins backstage bei Enjoy Jazz

Sonny Rollins backstage bei Enjoy Jazz © BASF-Kulturmanagement

wartender Journalisten, Photographen und Mitarbeiter, die Knapp mit ruhiger Stimme in unregelmäßigen Abständen durch den Vorraum schleust, in das Zimmer, in dem Sonny Rollins mit einem zufriedenen Lächeln und einer riesigen Fellmütze in einem Stuhlkreis sitzt und seine Besucher empfängt. Er beantwortet gerade geduldig die Fragen eines Journalisten, als wir eintreten und uns leise setzen. Wir lauschen dem Gespräch, es fallen Begriffe wie „fighter“, „power“ und „self-criticism“. Mit routinierter Lässigkeit und doch hochkonzentriert und präzise geht der 81jährige auf die Fragen seines Gegenübers ein. Wie es dazu gekommen sei, dass er so überaus selbstkritisch ist, möchte dieser wissen. Seine Antwort geht auf die Anfänge zurück, die Rollins selbst erlebte und mitgestaltete. Er sei nie so gut gewesen wie Charlie Parker, John Coltrane, Lester Young oder Coleman Hawkins, umso härter sei es für ihn gewesen, sich unter den Giganten der damaligen Zeit einen Namen zu machen. Er sei nicht leicht zufrieden zu stellen. „Wenn ich mit einer Aufnahme oder einem Konzert unzufrieden bin, besteht zwar die Chance, dass manche es trotzdem mögen. Wenn ich aber selbst davon überzeugt bin, weiß ich, dass alle es gut finden werden. Man darf sich niemals ausruhen!“

Nach dem Interview kehrt für einen Moment Ruhe ein. Er schaut langsam in die Runde, wartet auf den nächsten Händedruck, das nächste Gespräch. Seine 81 Jahre sind an seinem beinahe zwei Meter langen Körper nicht vorüber gegangen, seine Stimme ist dünner noch als ich sie aus Interviews kenne und doch umgibt diesen Mann eine Aura unglaublicher Stärke. Sein Händedruck ist nicht der eines 81jährigen, es ist der eines Mannes, der für seine Musik lebt, von ihr zehrt, der wie kaum ein anderer Kraft aus ihr schöpfen kann. Sein Wort verweist direkt auf die Bühne, auf der er sich wie eh und je als „Saxophone Colossus“ präsentiert.

Autor:

Max Schmidt verstärkt seit Juni 2011 das Enjoy Jazz-Team als Praktikant. Dabei arbeitet er vor allem in den Bereichen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und organisierte die von der BASF SE geförderten Masterclasses.

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Choreographiewettbewerbe bei den Festspielen Ludwigshafen

Die Festspiele Ludwigshafen vereinen erstmals zwei Choreographiewettbewerbe unter einem Dach und beweisen damit wie fruchtbar das Verhältnis verschiedener zeitgenössischer Tanzstile sein kann.

2. Preis des 6. Internationalen Choreographie-Wettbewerbs NO BALLET: Choreographie „Ugoku“ von Shumpei Nemoto © Günter Krämmer

Kontrastreicher als am vergangen Samstag im Theater im Pfalzbau können zwei Choreographiewettbewerbe wohl nicht sein, während sich bei +PHAT SKILLZ//DANCE ambitionierte Streetdance&HipHop Tänzer präsentieren zeigt NO BALLET! absolute Highlights aus dem Bereich des zeitgenössischen Tanzes. Der künstlerischen Leiterin beider Wettbewerbe, Juliane Rößler und dem Intendanten der Festspielen Ludwigshafen, Hansgünther Heyme ist es zu verdanken, dass sich diese beiden, scheinbar gegensätzlichen Genres mit großer Entspanntheit und Gelassenheit an einem Ort Begegnen konnten.

Ausgelassene Stimmung  bei Streetdance&HipHop Contest

1. Preis +PHAT_SKILLZ//DANCE: Juvenile Maze aus Freiburg mit "poetry in motion" (c) BASF Kulturmanagement

Auch beim fünfjährigen Jubiläum bietet +PHAT SKILLZ//DANCE eine grandiose Bühnenshow welche einen beeindruckenden Überblick über Bandbreite der verschiedenen Spielarten des Streetdances&HipHop bietet. 16 Formationen aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz und Österreich waren angetreten um sich einen herausragenden Wettkampf zu liefern. Juvenile Maze auf Freiburg waren es schließlich die mit „poetry in motion“, einer poetischen und zugleich Kraftvollen Performance die hochkarätig besetzte Jury am meisten beeindruckte. Die ausgelassene und nahezu euphorische Stimmung des Publikums während des gesamten Wettbewerbs zeugt jedoch von dem durchgehend hohen tänzerischen Niveau und dem hohen Unterhaltungswert aller Darbietungen an diesen Nachmittag.

Zeitgenössischer Tanz par excellence

1. Preis des 6. Internationalen Choreographie-Wettbewerbs NO BALLET: Choreographie „(How to be) almost there“ von Florian Patchkovsky, Tim Behren, Anne Hirth, Maya Lipsker © Günter Krämmer

Etwas ruhiger waren die Töne die beim Finale von NO BALLET! angeschlagen wurden, dieser außergewöhnliche Choreographiewettbewerb bietet vor allem Choreographen eine Bühne, welche den Mut haben eine eigene unverwechselbare Bewegungssprache zu entwickeln und sich von den klassischen Formen des zeitgenössischen Tanzes zu lösen. Um diese herausfordernde Aufgabe bewarben sich über 200 Formationen auf 53 Nationen, bereits am Donnerstag und Freitag qualifizierten sich aus den insgesamt 16 Teilnehmer acht Formationen für das Finale am Samstag. Den hohen Anspruch des Wettbewerbs an die Choreographen, ausgetretenen Pfade zu verlassen und einen Bruch mit traditionellen Formen des zeitgenössischen Tanzes konnten Anna Hirth, Maya Lipsker, Tim Behren und Florian Patschovsky die mit ihrer Choreographie „(How to be) almost there“ am ehesten gerecht werden. Die Choreographie bestach nicht nur durch ihre hochklassige Artistik sondern auch durch ihre anspruchsvolle metaphorische Erzählweise. So konnten die Choreographen nicht nur die Jury überzeugen sondern errangen auch  den Publikumspreis bei NO BALLET! 2011.

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Die Tradition in die Zukunft führen

Das BASF-Feierabendhaus ist ein Stück Ludwigshafener Stadtgeschichte. Mit seiner Renovierung betraute BASF die Architektin Nike Fiedler aus Stuttgart, die über langjährige Erfahrung im Umbauen und Sanieren von Veranstaltungs- und Dienstleistungsgebäuden verfügt. Im Interview gibt sie Einblicke in ihr Vorgehen von den ersten Schritten im Feierabendhaus bis zum “letzten Schliff”.

backstagediaries (b): Worin unterscheidet sich die Renovierung des Feierabendhauses von Ihren sonstigen Aufträgen?
Dipl.-Ing. Nike Fiedler (NF):
Das Feierabendhaus hebt sich schon allein deshalb hervor, weil es der BASF bereits in der Vergangenheit als ein Ort vielfältiger Kommunikation gedient hat und darüber hinaus auch als öffentliches Veranstaltungshaus eine bedeutsame Stellung innerhalb der Stadt Ludwigshafen inne hatte.

Am Anfang aller Überlegungen zur Renovierung ging es darum, diese Tradition des Hauses in Zukunft weiter zu pflegen.

Unser Büro beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Umbauten und Sanierungen von Gebäuden. Schwerpunkte dabei waren z.B. Dienstleistungsgebäude, Tagungshäuser oder Veranstaltungsgebäude mit einem jeweils eindeutig definierten Nutzerprofil. Im Unterschied dazu handelt es sich beim Feierabendhaus um ein multifunktionales Gebäude, in dem die vorgenannten Nutzungen gemeinsam unter einem Dach untergebracht sind und dabei nach ihrem jeweils eigenen Rahmen verlangen.

Allein aus den Aspekten der Tradition und der Komplexität der Nutzungen ergaben sich höchste Anforderungen an den Umgang mit dem Bestand, an die angemessene Umgestaltung der verschiedenen Innenräume und an die Integration der komplett zu erneuerten Gebäudetechnik.

b: Was war Ihre größte Herausforderung bei dem Projekt?
NF: Nachdem die Herausforderungen rückblickend sehr zahlreich waren, fällt es mir nicht leicht, diese Frage auf eine einzige Antwort zu reduzieren. Wie bereits angedeutet, waren vor allem in der Phase der Entwurfsplanung die spannendsten Fragen, wie mit dem Bestand umgegangen werden soll, welche Qualitäten vorhanden waren und erhalten werden können und an welchen Stellen mit neuen, gestalterischen Mitteln eingegriffen werden sollte, um am Ende ein harmonisches Ganzes zu erzielen.

Nach diesen zunächst konzeptionellen Überlegungen war es entscheidend, wie das gedankliche Bild in die Realität umgesetzt werden kann. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle, mit welcher Intensität daran gearbeitet wurde, alle bautechnischen Belange in die Planung und Bauausführung zu integrieren. Und zwar so, dass sämtliche technischen Anforderungen erreicht wurden, ohne für das Auge des Betrachters in den Vordergrund zu treten. Der Themenkatalog umfasste dabei das gesamte bautechnische Spektrum: Verstärkung des Tragwerks, Ertüchtigung des Brandschutzes, Unterbringung aller technischen Medien wie Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektrotechnik, Küchentechnik, bis hin zur Beleuchtung der Räume und der Erfüllung der raumakustischen Belange.

Dieses gewaltige Aufgabenpaket wurde von bis zu 10 Fachdisziplinen während des gesamten Planungs- und Ausführungsprozesses in enger Kooperation und als Teamwork mit den Vertretern des Bauherrn und des Nutzers erarbeitet, koordiniert, optimiert und schließlich realisiert. Das war aus meiner Sicht die größte Herausforderung und zugleich die größte Leistung aller Beteiligten.

Festsaal des BASF-Feierabendhauses

Fertigstellung der Decke im Festsaal des BASF-Feierabendhauses

b: Worauf sind Sie besonders stolz?
NF: Diese Frage setzt voraus, dass ich mit dem von uns geleisteten Teil der Arbeit zufrieden bin. Es versteht sich von selbst, wenn ich mich hierzu in Bescheidenheit üben möchte. Nichts desto trotz kann ich sagen, dass mir der Festsaal als zentraler Ort des Feierabendhauses von Anfang an ganz besonders am Herzen lag. Wichtig war mir hierbei, die vorhandenen Qualitäten zu erhalten und darüber hinaus dem Saal mit der neuen Decke ein modernes, festliches Gepräge zu geben. Wer heute den renovierten Saal betritt, wird den ursprünglichen Raum als solchen sicherlich wieder erkennen. Die räumliche Atmosphäre dagegen hat sich schon spürbar gewandelt. Sollten sich die zukünftigen Nutzer und Gäste im Festsaal wohl fühlen und den neuen Raumausdruck als gelungen empfinden, dann wäre ich darauf tatsächlich stolz.

b: Wie haben Sie die besonderen Anforderungen an die Akustik in die Arbeit einbezogen?
NF:
Die Anforderungen an die Raumakustik wurden während der gesamten Planungszeit in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, Nutzer und den Bauphysikern abgestimmt. Begonnen wurde mit einer Analyse des Bestandes und dem Herausarbeiten vorhandener Schwachstellen.

Nach Formulieren des zukünftigen Anforderungsprofils – welche akustischen Maßnahmen sind in welchen Räumen und an welcher Stelle erforderlich? – wurde in einem integrativen Prozess mit den Planungsbeteiligten an möglichen Lösungen gearbeitet.

In diesem Zuge sind z.B. Deckensegel über dem Bühnenportal entstanden, die für einen deutlich besseren Schallaustritt von der Bühne her sorgen. Für den Konzertbetrieb wurde eine mobile, eigens auf die räumlichen Gegebenheiten des Festsaals zugeschnittene Konzertmuschel entwickelt. Zur Schaffung einer raumakustischen Behaglichkeit in den Foyers und im Restaurant wurden schallabsorbierende Decken- und Wandflächen vorgesehen. Begleitet von Berechnungsmodellen des Bauakustikers wurde die Planung dann zur Ausführungsreife weiterentwickelt – und endete nach entsprechenden Bemusterungen vor Ort schließlich in der Auswahl von geeigneten Materialien und Oberflächen.

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